Bevor sie stirbt, entfesselt sich die Lüge. Dennoch verstehen die Leute nur die Lehre der Katastrophe. Muß sie kommen, damit sie die Augen öffnen?

Das Jahr der Watergate-Affäre, Nixons Reise nach Peking, die Ermordung der israelischen Athleten in München, das erste Erdölembargo. Es ist Mutters letzter Weg. Ein Weg, der durchsät ist von kleinen zerreißenden Schreien und überwältigenden Visionen. Das Ende einer Welt, der Anfang einer neuen ... sofern wir dies wollen, oder sogar, wenn wir es nicht wollen. Manchmal ist es so neu und unerwartet, daß es fast einem Schmerz gleichkommt. Und Satprem fragte sie: "Aber ist es ein Zustand außerhalb der Materie?" Ich verlasse das materielle Leben nicht, aber ... es erscheint anders. Es ist seltsam. Und es ist PHYSISCH, das ist das Außerordentliche! Als verdoppelte sich das Physische ... Ein neuer Zustand in der Materie. Beherrscht von etwas, das nicht die Sonne ist, ich weiß nicht was ... Ich berühre eine andere Welt. Eine andere Seinsart ... gefährlich, aber wunderbar.

Wie gebannt lauschte Satprem ihrem immer stockenderen Atem, der von einer anderen Welt zu kommen schien: Es gibt keinen Unterschied zwischen Leben und Tod. Es ist weder das Leben noch der Tod, sondern ... etwas. Verstehst du, nicht, daß der Tod verschwinden würde: ALLE BEIDE verwandeln sich in ... etwas, das wir noch nicht kennen, das zugleich äußerst gefährlich und ganz und gar wunderbar erscheint.

Und wenn der "Tod" nur die MATERIELLE andere Seite unseres menschlichen Goldfischglases wäre: ein sonniges Ufer für eine nächste Spezies? Ein neuer Zustand auf beiden Seiten der Welt, wo Leben und Tod sich verwandeln in ... etwas anderes? Ich schreite auf einem winzig kleinen, sehr schmalen Grat ... Und ihr Ruf, ihre flehende Bitte: Laßt mich die Arbeit vollenden!

Mutters Agenda 1951-1973


Die Aufzeichnung über zweiundzwanzig Jahre, in 13 Bänden mit insgesamt 6000 Seiten, einer einzigartigen Erforschung des Körperbewußtseins. Auf Sri Aurobindos Spuren entdeckte die in Indien "Mutter" genannte Fortsetzerin seines Werks ein "Mental der Zellen", das ermöglicht, die Bedingungen des Körpers ebenso radikal zu verändern, wie einst das erste Stammeln eines "denkenden Mentals" die Bedingungen des Anthropoiden verwandelte.

Ein Dokument experimenteller Evolution.

Eine Revolution des Bewußtseins, welche die Gesetze der Spezies verändert. Und das gerade ist die Frage unserer Zeit, denn trotz allem Anschein stehen wir nicht am Ende einer Zivilisation, sondern am Ende eines evolutionären Zyklus. Werden wir den Übergang zur nächsten Spezies finden oder untergehen?

So gründlich und genau wie ein Wissenschaftler in seinem Labor ging Mutter zurück zum Ursprung der ersten Formation der Materie, ihrem Ur-Kode, und stieß "zufällig" auf den Mechanismus des Todes - genau die Kraft, die den Tod ändern kann - und auf eine "neue" Energie, die in seltsamer Weise den modernsten Theorien der Teilchenphysik gleicht.

Der Schlüssel der Materie birgt den Schlüssel des Todes und den Schlüssel der nächsten Spezies.


 

Hörprobe (französische Originalaufnahme aus dem Jahr 1969)


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Band 1 bis 13 lieferbar, je 330-500 Seiten. Bestellinfo


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Ausgewählte Gespräche:

Einleitung
4. November 1958
Ohne Datum 1958
8. November 1958
4. März 1961
18. April 1961
18. Juli 1961
28. Juli 1961
8. Sept. 1962
6. März 1963
9. März 1963
19. Mai 1965
10. Juli 1965
24. Juli 1965
19. Nov. 1969


Kurzübersicht:

Band 2, 1961

Im Jahr des ersten amerikanischen Raumfluges stößt Mutter auf den Kern des "großen Mysteriums": Es ist doppelt! Es ist dieselbe Welt, und dennoch ist es ... was? In der einen Welt ist alles harmonisch, ohne die Möglichkeit von Krankheit, Tod oder Unfall - eine Harmonie wie durch ein Wunder - und in der anderen geht alles fehl. Dennoch ist es dieselbe materielle Welt - getrennt durch was? Immer mehr ist es eine Frage der Vibration in der Materie.

Was ist diese "vertikale Zeit", die plötzlich eine neue Seinsart und Lebensweise in der Materie eröffnet, in der die Dinge nicht mehr unumgänglich kausal verknüpft sind? Eine Art Absolutheit in jeder Sekunde. In jeder Sekunde eine völlig neue Welt, frei von Schatten, Alter, vergangenen Prägungen.

Und was ist diese "massive Unbewegtheit" in blitzschneller Bewegung, das "Tüpfeln von Vibrationen", als erlebte Mutter ihren Körper nicht mehr auf makroskopischer Ebene, sondern auf der Ebene der subatomaren Physik.

Sechzig Jahre des "spirituellen Lebens" zerbröckeln wie eine sehr viel schwerwiegendere Illusion angesichts ... eines neuen Göttlichen? Oder eines neuen Lebensmodus in der Materie - des nächsten Modus? Ich bin regelrecht dabei einen Pfad durch den Dschungel zu hauen.

Band 3, 1962

1962 ... das Jahr der Kuba-Krise, jener Konfrontation zwischen dem Amerika Kennedys und dem Rußland Chruschtschows, und des chinesisch-indischen Grenzkonfliktes: die ersten Anzeichen einer wirklich ... folgenschweren Neuentwicklung? Als ob etwas Zentrales aufgerührt worden wäre; tatsächlich ist die ganze Erde aufgewühlt. Es ist das Jahr, in dem Mutter innerhalb ihres Körpers in den Bereich einer "dritten Position" auftaucht, die weder dem Leben noch dem Tod entspricht, wie sie uns bekannt sind. Die Maschen des Netzes, das uns gefangenhält, sind gerissen, und auf der anderen Seite des "Netzes" gelten die Gesetze unserer Welt - die nur im Kopf existieren - nicht mehr. Es ist der Ort, wo die Evolution in eine bisher undenkbare materiell-körperliche Freiheit mündet - eine dritte Position, vielleicht jene der nächsten Spezies auf der Erde? ... Der Körper beginnt einem anderen Gesetz zu gehorchen. Das Zeitgefühl verschwindet in einer bewegten Reglosigkeit ... Eine Masse von unendlicher Kraft, gleich der einer Superelektrizität ... Dann dieser Schrei: Der Tod ist eine Illusion, die Krankheit ist eine Illusion. Leben und Tod sind ein und dasselbe. Es ist lediglich eine Verlagerung des Bewußtseins. Und die einfache, körperlich erlebte Entdeckung: Je näher man der Zelle kommt, um so mehr sagt die Zelle: "Aber ich bin doch unsterblich!" Eine dritte Position der Zellen, in der man nicht mehr sterben KANN, weil der Tod keine Wirklichkeit mehr besitzt. Entdeckte Mutter 1962, im Alter von 84 Jahren, eine andere Wirklichkeit der MATERIE? Dahinter ist etwas wie ein Märchen verborgen ... Etwas, das im Entstehen ist und das schön, unsagbar schön sein wird: eine wunderschöne Geschichte, die Sri Aurobindo auf unsere Erde zu bringen versuchte, und ihr Kommen ist gewiß!

Band 4, 1963

1963, das Jahr der Ermordung Präsident Kennedys und des Beginns des chinesisch-sowjetischen Bruches. Während die Supermächte ihr Wettrüsten beschleunigen und die Wissenschaft die Gesetze des Universums in Frage stellt, bahnt Mutter langsam den Übergang zur nächsten Spezies auf der Erde: Der Weg, den ich suche, steigt ab und ab, hin zu einem Bewußtsein der Zellen. Das große Sterben oder der Anfang einer neuen Welt wie die Vögel nach den Reptilien? Ich stehe an der Schwelle einer ungeheuren Verwirklichung, die von etwas Winzigem abhängt.

Dieses Jahr wird sie 85. Eine nächste Spezies innerhalb derselben Physik, nur intelligenter? Oder eine ANDERE Intelligenz, die die Gesetze der Physik verwandeln wird, wie der Frosch die Gesetze der Kaulquappe im Goldfischglas revolutionierte? Auf diesem Abstieg zur Ebene der Zellen bricht Mutter plötzlich in ein anderes PHYSISCHES Universum durch:

Alles wird so, als sähe man zum ersten Mal, sogar die Bewegung der Erde und der Sterne ... Es gibt keine Entfernungen, keine Trennung mehr, nicht etwas, das sieht, und etwas anderes, das gesehen wird ... Man wird zu einem Berg, einem Wald, einem Haus ... man sieht Tausende von Kilometern weit und zugleich ganz nah - eine Allgegenwart der Zellen. Dann diese überwältigende Erkenntnis: Der Körper ist überall! Eine globale nächste Spezies? Und wo bleiben die Gesetze der alten Physik, wenn das Goldfischglas bricht, wenn es keine Entfernungen und kein "Dort-drüben" mehr gibt? Alle gewohnten Rhythmen haben sich verändert ... eine universelle Bewegung einer so ungeheuren Geschwindigkeit, daß sie wie unbewegt wirkt ... Ein wahres Physisches dahinter. Und was wird aus dem Tod, wenn man der Abnutzung durch die Zeit im Goldfischglas entgeht? Wenn das zu etwas Natürlichem wird, kann es den Tod nicht mehr geben ... Das wäre dann ein neues Stadium des irdischen Lebens. Und wir brauchen nicht weit zu suchen: Wir erleben das Erfahrungsfeld in jeder Sekunde ... wir versuchen, mit etwas in Verbindung zu treten, das HIER ist.

Wird ein neues Bewußtsein der Zellen zu einer neuen Physik und vielleicht einer nächsten Biologie auf Erden führen?

Band 5, 1964

Die einzige Hoffnung für die Zukunft liegt in einer Veränderung des menschlichen Bewußtseins. Es ist dem Menschen überlassen, ob er dabei mitwirken will oder ob ihm die Veränderung durch gewaltsame Umstände aufgezwungen wird. Mit dem Einfließen der neuen Kraft in Mutters Körper beginnt das Problem irdische Proportionen anzunehmen. Wie wird die Erde "diese Schwingung gleich der Intensität eines höheren Feuers" ertragen? Ich sehe sehr wenige Körper hier, die fähig wären, dies auszuhalten ... Was wird also geschehen?

Es ist das Jahr der ersten chinesischen Atombombe. Mutter wird 86.

Ein unscheinbarer mikroskopischer Funkenregen - das Wunder der Erde! Ein katastrophales Wunder? Aber bedeutet der Schmetterling nicht eine Art Katastrophe für die Raupe? Der Tod ist keine Lösung, folglich sind wir auf der Suche nach einer anderen Lösung - es MUSS eine geben. Unermüdlich verfolgt Mutter die Stufenleiter des Bewußtseins hinab bis in die Zellen und noch tiefer:

Etwas wie eine Gewißheit in der Tiefe der Materie, daß die Lösung dort liegt ... Auf dieser atomaren Ebene muß es sich ändern, es geht um diesen Zustand einer infinitesimalen Schwingung in der Materie, dort wo die Zeit in einen anderen Zustand umkippt: Vielleicht bewege ich mich in der Vergangenheit, vielleicht in der Zukunft oder vielleicht in der Gegenwart?...

Sogar die Gesetze der Materie verändern sich: Sobald man in den Bereich der Zellen hinabdringt, verschwindet diese Art Schwere der Materie. Sie beginnt, wieder fließend und schwingend zu werden. Das würde beweisen, daß die Schwere, die Dicke, die Trägheit etwas ist, das hinzugefügt wurde - das ist die falsche Materie, jene, die wir denken oder spüren, jedoch nicht die Materie, wie sie wirklich ist. Eine wahre Materie also, die Materie der nächsten Spezies? Ich stehe an der Schwelle einer neuen Wahrnehmung des Lebens, als gingen bestimmte Teile des Bewußtseins vom Zustand der Raupe in den des Schmetterlings über ...

Und die Erde grollt und protestiert ... wogegen? Die gesamte Jugend scheint von einem seltsamen Taumel ergriffen zu sein ... Werden wir zu einer nächsten Spezies übergehen oder nicht?

Band 6, 1965

Eine ganze Welt beginnt sich zu öffnen. In diesem Jahr erreichte Mutter das "Mental der Zellen", rein, befreit von seiner alten genetischen Hülle, die uns scheinbar auf alle Zeiten zu sterblichen Menschen machen will: Dort liegt eine geballte Macht ... gleichsam ein Zipfel der Lösung. Eine andere Macht des Bewußtseins in der Materie, die das alte Programm aufheben wird: Eine Art Erinnerung bildet sich von unten - eine neue Erinnerung der Zellen, die nicht mehr jene des Alterns, der Krankheit, des Todes, der Schwerkraft und unserer ganzen "wirklichen" Welt wäre?

Gleichzeitig entdeckte Mutter auf dieser Ebene der von den alten Gesetzen befreiten Zellen zwei ineinander verschachtelte Welten: eine Welt der Wahrheit und eine Welt der Lüge; und diese Welt der Wahrheit ist PHYSISCH, sie liegt nicht in den Höhen: sie ist MATERIELL. Und sie muß in den Vordergrund treten und den Platz der anderen einnehmen: das wahre Physische. Dies nannte Mutter "die Übertragung der Macht".

Könnte eine wunderbare physische Freiheit in unseren Zellen verborgen liegen, während wir außen vergeblich nach illusorischen Abhilfen suchen? Wenn es auch nur einer kleinen Gruppe von Zellen gelingen könnte, die volle Erfahrung bis zum Ende der Transformation durchzuziehen, wäre das wirksamer als sämtliche großen Umwälzungen. Aber es ist auch schwieriger ... Wir müssen den Tod überwinden! Es darf den Tod nicht mehr geben, das ist völlig klar. Erlebt jetzt nicht die ganze Erde diese "Übertragung der Macht", so wie sie eines Tages von der Herrschaft des Tieres zur Herrschaft des Mentals überging? Alles verflüchtigt sich, keine Stützen mehr ... der Übergang zur neuen Bewegung ... Und für alles Alte bedeutet das stets einen gefährlichen Bruch des Gleichgewichts.

Band 7, 1966

Der Mensch ist nicht die letzte Stufe der irdischen Schöpfung. Die Evolution schreitet voran, und der Mensch wird übertroffen werden. Jedem steht die Entscheidung offen, ob er am Abenteuer der neuen Spezies teilnehmen will.

1966 ist das Jahr der Kulturrevolution in China. Eine tiefergehende Revolution vollzog sich in einem Körper, der für alle die kleinen irdischen Körper die eine Revolution suchte, die alles verändern würde: Wir suchen den Schlüssel zur Macht, die den Tod auflösen kann ... das Mental der Zellen wird den Schlüssel liefern. Der gefahrvolle Übergang von einem menschlichen Körper, der von den Gesetzen des Mentals bewegt wird, zu einem nächsten Körper, den ein namenloses Gesetz bewegt, im Herzen der Zelle: Eine gebündelte Schwingung, dichter als die Luft, extrem gleichmäßig, golden leuchtend, mit einer ungeheuren Antriebskraft ... Alles, alles wird sehr seltsam ... Der Körper ist nicht mehr den physischen Gesetzen unterworfen. Mußte nicht ein erstes Wirbeltier ähnliches verspüren, als es sein gewohntes aquatisches Milieu verließ und in ein namenloses anderes drang, in dem wir heute atmen? Jeder Teil des Körper hat in dem Augenblick, wo er sich verändert, das Gefühl, es sei das Ende ... Alle Stützen sind verschwunden ... Ich habe keinen Weg! Wo liegt der Weg der nächsten Spezies? Jemand muß es ja tun. Und manchmal springt dieses andere "Milieu" hervor: Ein augenblickliches Wunder ... Ein Zustand, in dem die Zeit nicht mehr dieselbe Wirklichkeit besitzt, sehr sonderbar ... eine mannigfaltige Gegenwart. Eine andere Lebensweise.

Achtzig Jahre früher hatte ein kleines Mädchen ihre erste Revolution in der Materie erlebt: Als man mir sagte, alles bestehe "aus Atomen", geschah eine Art Revolution in meinem Kopf: Aber dann ist überhaupt nichts wahr!

Eine zweite Revolution in der Materie vollzieht sich auf der Ebene des Zellbewußtseins: Die alte Materie und ihre scheinbaren Gesetze verwandeln sich in eine neue Welt und eine neue Seinsart in einem Körper.

Band 8, 1967

In diesem Jahr traten sämtliche Faktoren des Yogas der Zellen deutlich hervor: Es gibt eine wachsende Überzeugung, daß eine in der Materie realisierte Vollkommenheit eine VIEL perfektere Vollkommenheit bedeutet als irgendwo sonst. Das Bewußtsein, das sich in den transformierten Zellen ausdrückt, ist ein Wunder. Es rechtfertigt all diese Zeitalter des Elends.

Dieses Jahr bringt die Entdeckung der "wahren Materie" ... ohne große Geschichten: In dieser Transparenz der Zellen gibt es keine Probleme mehr: die Lösung geht dem Problem voraus. Das heißt, die Dinge ordnen sich automatisch. Ein anderer Lebensmodus auf der Erde - eine so natürliche Lebensweise! - in einem Körper, der von seinem mentalen Gefängnis und den Gesetzen der falschen Materie befreit ist: Dieser außerordentliche Eindruck der Unwirklichkeit des Leidens, der Unwirklichkeit der Krankheiten ... Es heilt die Krankheit nicht, nein, es löscht sie aus - macht sie unwirklich ... Dann sieht man: Wenn dieser Vorgang sich vervollkommnet, ergibt sich notwendigerweise der Sieg über den Tod.

Während die "Surveyor"-Sonde mit einem mechanischen Greifer den Mondboden durchwühlt, bleiben unsere eigenen Geheimnisse in einer Zelle verborgen: Man fliegt, wohin man will, weiß, was überall geschieht ... aber man weiß nicht, was in einem selbst geschieht.

In Biafra wütet der Krieg, die israelischen Truppen marschieren Richtung Suezkanal, die amerikanische Luftwaffe bombardiert Haiphong, die erste chinesische Wasserstoffbombe wird gezündet ... und die Reihe läßt sich fortsetzen. Ein ungeheurer Konflikt wütet auf der Erde. Es geht um die Wahl zwischen einer neuen Erde oder der Rückkehr zur altbekannten Katastrophe: Eine lokale und vorübergehende Verwirklichung ist nicht unmöglich, aber es bedarf einer ausreichend kollektiven Transformation, um eine neue Rasse auf Erden zu schaffen ... Die Tatsache ist gewiß.

Werden wir verstehen, wo der wahre Weg liegt, und das in einem Körper verborgene Wunder erkennen?

Band 9, 1968

Dieses Jahr durchlief ein Feuer die Welt, von Warschau bis Columbia, Nanterre und Alexandrien: Es gibt lange Zeiträume, in denen sich die Dinge vorbereiten, und dann ein Augenblick, wo etwas geschieht, und dieses "Etwas" wird der Welt eine neue Entwicklung bringen. Wie der Augenblick, als der Mensch auf der Erde erschien - nun handelt es sich um ein anderes Wesen.

Es ist die zweite Wende in Mutters Yoga, sie wird neunzig, gerade wurde Auroville gegründet: Ein Zentrum beschleunigter Evolution.

Die Morde an Martin Luther King und Senator Robert Kennedy; Rußland dringt in die Tschechoslowakei ein - was geschieht? Ich habe den sehr starken Eindruck, daß 'man' uns etwas wie das Geheimnis der Funktionsweise beibringen will. Die ganze Zeit wird uns vor Augen geführt, daß das Verfahren, das wir uns vorstellen, falsch ist, der Wirklichkeit nicht entspricht, und man möchte uns das wahre Verfahren der Manifestation finden und entdecken lassen - aber indem wir es leben. Als wäre die Erde in ein Goldfischglas gesperrt, die Gefangene einer "falschen Materie": Das liegt wie ein Gewebe über der gesamten Erde, und jetzt bringt man dem Körper bei, aus diesem Netz zu treten ... Nach und nach entzieht sich das Bewußtsein der Zellen diesem Wirkungsbereich. Und plötzlich auf der anderen Seite: Noch nie in meinem Leben sah oder fühlte ich etwas so Schönes!... Die wunderbarsten Stunden, die man auf Erden haben kann - warum suchen sie alle in den Höhen, was doch hier liegt!

Das kurze Wunder von 1968 wurde scheinbar wieder unterspült, als die Wände des Goldfischglases in jedem Land, jedem Kontinent, jedem menschlichen Wissenszweig langsam aber unaufhaltsam Risse bekamen. Nach der Vergangenheit zu schließen, wäre ein ungeheurer Zeitaufwand notwendig, bis alles bereit ist, sich zu verändern. Dennoch ist es beinahe wie ein Versprechen, daß eine abrupte Veränderung stattfinden wird. Könnte es sein, daß eines Morgens eine letzte Drehung der Schraube der Umstände uns in ein neues Bewußtsein katapultiert?

Band 10, 1969

In diesem Jahr entdeckte Mutter den "Übergang", das, was sie das "neue Bewußtsein" nannte, jenes, das uns eine neue Welt eröffnen kann, so wie die erste Amphibie in eine neue Luft vorstieß, als sie die Wasseroberfläche durchbrach: Ich weiß nicht, was geschieht, es ist ein Zustand intensiver Schwingungen, wie Wellen von überwältigender Geschwindigkeit, so schnell, daß sie wie unbewegt erscheinen. Dann befinde ich mich plötzlich in Amerika, in Europa ... Noch nie zuvor war dieser Körper so glücklich: diese Zellen, andere Zellen, überall das Leben, überall das Bewußtsein, alle anderen Körper waren er ... Und gleichzeitig verflüchtigt sich unser ganzes psychologisches Elend: Wie eine Ausweitung der Zellen, die Grenzen verblassen, verlöschen, und die Schmerzen verschwinden PHYSISCH. Dabei handelt es sich nicht um eine "andere Welt", es ist die Erde, unsere Erde, aber anders erlebt: Als steckten wir in einer unwirklichen Lüge, und alles verschwindet, sobald man sie verläßt, sie existiert nicht mehr. Alle künstlichen Mittel, um sie zu verlassen, auch das Nirvana, taugen nichts.

DIE RETTUNG IST PHYSISCH. Sie liegt HIER. Alles andere, auch der Tod, wird wirklich eine Lüge - es gibt kein Verschwinden, es gibt nicht "das Leben" und "den Tod" ... Und während sie die Wände unseres Goldfischglases durchbrach, revoltierte die gesamte Welt, Mutters Umgebung inbegriffen, wie unter dem Druck einer neuen Luft: Eine beträchtliche Anzahl von Wünschen, daß mein Körper sterbe, überall, sie sind überall ... Das ganze Spektrum, von der Angst bis zur Ungeduld, daß es ein Ende nehme, sowie der Begierde: endlich frei!... Ich will nicht, daß man mich in eine Kiste steckt, die Zellen sind bewußt ... Was wird geschehen? Ich weiß es nicht, es widerspricht allen Gewohnheiten. Eine neue Spezies, dies ist ein radikaler Widerspruch zur alten Gewohnheit der Welt - wird die Welt sie akzeptieren, oder sie schließlich umbringen?

Band 11, 1970

Der Anfang der schrecklichen Jahre ... Man bekam den Eindruck, Mutter habe den Schlüssel zur Veränderung gefunden. Sie hatte alles in ihrem Körper erobert, was sie nur konnte, und befand sich nun inmitten der Meute von Anhängern, um alle Widerstände der alten Spezies über sich ergehen zu lassen. Die Veränderung IST VOLLBRACHT. Alles widersetzt sich wie wilde Tiere, aber es ist vollbracht. Ein neuer Seinsmodus des Zellbewußtseins war auf der Erde erschienen, so wie eines Tages in der leblosen Materie der neue Seinsmodus des Lebens aufgetreten war - doch diesmal war es das "Über-Leben": Der Eindruck einer Seinsweise der Zellen, die der Beginn eines neuen Körpers wäre, aber wenn das kommt, hat der Körper selbst den Eindruck zu sterben. Welches wäre der Eindruck eines ersten Einzellers, der zum Leben erwacht? Der Körper hat das Gefühl, an der Schwelle des Unbekannten zu stehen ... Ein sehr merkwürdiges Gefühl. Wie eine neue Schwingung. Es ist so neu ... man kann nicht von Angst reden, aber ... es ist das Unbekannte. Das Mysterium des Unbekannten. Und das, was wir "Tod" nennen, ist dort wie die andere Seite des Goldfischglases für den alten Fisch, und doch ist es keine "andere Welt": Erstaunlicherweise ist das eine im anderen. Da ist etwas ... Ist das möglich? Das Über-Leben ist Tod und Leben zusammen. Dann der Schrei des Durchbruchs: Das, was wir für "Naturgesetze" halten, war eine Absurdität ... Eine andere IRDISCHE Welt, in der die alten tödlichen Gesetze des Goldfischglases zerfallen und ... etwas anderem weichen? Eben hatte ich eine phantastische Vision der Wiege einer nicht allzu fernen Zukunft ... Eine gewaltige Masse schwebt über der Erde.

Band 12, 1971

Die letzte Wende in Mutters Yoga, aus der sie mit einem Schrei zurückkehrt: Lange ging ich in meinem Zimmer auf und ab. Die ganze Zeit war ich nur ein einziger Schrei, als würde mir alles ausgerissen. Es war das gesamte Problem der Welt.

Diese Agenda wird mehr und mehr durchsetzt von kleinen zerreißenden Schreien; es genügte nicht, daß sie das Geheimnis für sich selber fand, die anderen mußten es auch verstehen - die in ihrer egoistischen Macht verschlossenen Schüler: Sie haben kein Vertrauen! Alle sagen: "Sie ist alt, sie ist alt..." - eine Atmosphäre des Widerstandes gegen die Veränderung. Von allen Seiten heißt es: "Es ist unmöglich, es ist unmöglich" ... Es ist keine Minute zu verlieren, die Zeit drängt ... Oh, die Herrschaft des Göttlichen muß kommen ... Der Sieg ist gewiß, aber ich weiß nicht, welchen Weg wir nehmen werden, um dorthin zu gelangen. ... Man müßte sich so fest an die Wahrheit klammern ... Sie hören nicht mehr auf mich.

Sie wird 93, sie tappt im Unbekannten: Ich sehe besser mit geschlossenen Augen als mit offenen, und es ist die physische Sicht, rein physisch, aber ein Physisches, das vollständiger erscheint. ... Die Änderung muß wirklich im Bewußtsein der Zellen vollzogen werden. ... Die äußeren Erscheinungen werden sich später als Konsequenz ergeben. ... Ich habe den Eindruck, daß ich auf dem Weg bin, zu entdecken, welche Illusion zerstört werden muß, damit das physische Leben ununterbrochen sein kann - daß der Tod von einer Entstellung des Bewußtseins herrührt.

Wird man auf sie hören, wird man ihr die Zeit lassen? Nur ein gewaltsamer Tod könnte die Transformation aufhalten, ansonsten weiß der Körper, daß die Arbeit weitergehen wird, immer weitergehen wird ...

Und wieder dieser Schrei: Es wird ein Wunder geben. Aber welches, weiß ich nicht.

Band 13, 1972-1973

Bevor sie stirbt, entfesselt sich die Lüge. Dennoch verstehen die Leute nur die Lehre der Katastrophe. Muß sie kommen, damit sie die Augen öffnen?

Das Jahr der Watergate-Affäre, Nixons Reise nach Peking, die Ermordung der israelischen Athleten in München, das erste Erdölembargo. Es ist Mutters letzter Weg. Ein Weg, der durchsät ist von kleinen zerreißenden Schreien und überwältigenden Visionen. Das Ende einer Welt, der Anfang einer neuen ... sofern wir dies wollen, oder sogar, wenn wir es nicht wollen. Manchmal ist es so neu und unerwartet, daß es fast einem Schmerz gleichkommt. Und Satprem fragte sie: "Aber ist es ein Zustand außerhalb der Materie?" Ich verlasse das materielle Leben nicht, aber ... es erscheint anders. Es ist seltsam. Und es ist PHYSISCH, das ist das Außerordentliche! Als verdoppelte sich das Physische ... Ein neuer Zustand in der Materie. Beherrscht von etwas, das nicht die Sonne ist, ich weiß nicht was ... Ich berühre eine andere Welt. Eine andere Seinsart ... gefährlich, aber wunderbar.

Wie gebannt lauschte Satprem ihrem immer stockenderen Atem, der von einer anderen Welt zu kommen schien: Es gibt keinen Unterschied zwischen Leben und Tod. Es ist weder das Leben noch der Tod, sondern ... etwas. Verstehst du, nicht, daß der Tod verschwinden würde: ALLE BEIDE verwandeln sich in ... etwas, das wir noch nicht kennen, das zugleich äußerst gefährlich und ganz und gar wunderbar erscheint.

Und wenn der "Tod" nur die MATERIELLE andere Seite unseres menschlichen Goldfischglases wäre: ein sonniges Ufer für eine nächste Spezies? Ein neuer Zustand auf beiden Seiten der Welt, wo Leben und Tod sich verwandeln in ... etwas anderes? Ich schreite auf einem winzig kleinen, sehr schmalen Grat ... Und ihr Ruf, ihre flehende Bitte: Laßt mich die Arbeit vollenden!

Am 17. November 1973 verschied sie - warum?