Satprem wurde1923 in Paris geboren, ist aber auch von bretonischer Abstammung. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte er auf dem Meer. Seine Aktivitäten im Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht endeten mit anderthalb Jahren Konzentrationslager. Noch zutiefst erschüttert von diesem Erlebnis trat er 1946 in Pondicherry einen Posten in der Administration des französischen Hoheitsgebiets im Kabinett des Gouverneurs François Baron an. Zu diesem Zeitpunkt traf er Sri Aurobindo und Mutter zum erstenmal. Nach abenteuerlichen Reisen, die ihn nach Guyana, Brasilien und Afrika führten, kehrte er 1954 endgültig zu Mutter zurück, um ihr Vertrauter und Zeuge zu werden. Tag für Tag notierte er die Erfahrungen, die sie ihm anvertraute; sie bilden Mutters Agenda, das fabelhafte "Logbuch" des Weges zu einer neuen Spezies. Nach Mutters Hinscheiden 1973 mußte er einen Ashram verlassen, der unfähig war, die umwälzende Botschaft dieser Agenda zu akzeptieren, um - sehr mühselig - ihre vollständige Veröffentlichung in Frankreich sicherzustellen. Nach jahrelangen Versuchen, Mutters und Sri Aurobindos revolutionäre Entdeckungen für die Spezies Mensch zu "erklären", hat sich Satprem jetzt von der Welt zurückgezogen, um die neue Möglichkeit "in die Tat umzusetzen".

Sujata Nahar
Im Jahre 1925 in Kalkutta geboren, verbrachte sie ihre Bildungsjahre in der künstlerischen und kulturellen Atmosphäre von Shantiniketan unter dem indischen Dichter Rabindranath Tagore. Im Alter von sieben Jahren verlor sie ihre Mutter. Ihr Vater, für den eine Welt zusammenbrach, suchte nach einer neuen Dimension in seinem Leben. In Pondicherry fand er auf seiner Suche Sri Aurobindo und Mutter. Nacheinander folgten ihm seine Kinder dorthin. Im Mai 1938 entschloß sich Sujata, die neunjährig im Februar 1935 zu Sri Aurobindo gestoßen war, bei ihm zu bleiben. Sie lebte 43 Jahre lang in Pondicherry. Zuerst erhielt sie eine Privatausbildung und arbeitete unter Pavitra, einem hervorragenden französischen Mathematiker, Chemiker und Ingenieur, der das Bildungswesen im Ashram leitete und dessen Generalsekretär war. Später arbeitete Sujata als Pavitras Sekretärin und in dessen Labor, wo sie verschiedene Essenzen für Mutter herstellte. Auch nahm sie aktiven Anteil an der neuen, von Mutter konzipierten Form der Erziehung des Körpers. Zu Beginn des Jahres 1954 betrat Satprem die Szene. Als junger, gerade 30 gewordener Mann lehrte er die Schüler der oberen Klassen Französisch und war Pavitra bei seiner Korrespondenz behilflich. Schließlich bat ihn Mutter, ihr bei der Übersetzung von Sri Aurobindos Büchern ins Französische zu helfen. So kamen Satprem und Sujata zusammen. Mutter beauftragte Sujata mit dem Tippen ihrer privaten Gespräche mit Satprem, die später in 13 Bänden als die "Agenda" veröffentlicht wurden. Ab 1965 nahm Sujata regelmäßig teil an Satprems Treffen mit Mutter.

Nachdem Mutter 1973 ihren Körper verlassen hatte, wandelte sich der Ashram von der Stätte eines lebendigen Experimentes zu einer stereotypen Institution. 1978 - bei der Hundertjahrfeier von Mutters Geburt - wurde Satprem aufgrund der Trilogie, die er über Mutters Leben verfaßt hatte, von den Sachwaltern des Ashrams aus diesem ausgeschlossen.

Seit 1978 lebten Satprem und Sujata fern von Pondicherry, um sich vollständig der Herausgabe von Mutters Werken zu widmen und den Versuch zu wagen, ihr Experiment im Zellbewußtsein des Körpers fortzusetzen.